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Die Bildungsziele des Sächsischen Curriculums der Ernährungs- und Verbraucherbildung

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Anja Schindhelm, Sabine Zubrägel (2012, überarbeitet 2016)
nach REVIS (2005) und Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein (2009)

Das Sächsische Curriculum für Ernährungs- und Verbraucherbildung bildet die wissenschaftliche Struktur des Lernportals „Junge Sachsen genießen“. Es umfasst vier Lernfelder, die auf Grundlage des Europäischen Kerncurriculums zur (vor)schulischen Ernährungs- und Verbraucherbildung (Heindl 2003) sowie den Bildungszielen und Kompetenzen in der Ernährungs- und Verbraucherbildung (REVIS 2005) und der fachlichen Konkretion Verbraucherbildung (Lehrplan Schleswig-Holstein 2009) erarbeitet wurden.

Die sieben Bildungsziele (Schindhelm 2012, REVIS 2005) der Ernährungs- und Verbraucherbildung sind der wissenschaftliche Kern des Curriculums. Sie beschreiben den Soll-Zustand der individuellen Ernährungs- und Verbraucherkompetenz eines 18-Jährigen Erwachsenen. Die untergeordneten Kompetenzen stellen Lernziele zur Erreichung des Zieles der Ernährungs-und Verbraucherbildung dar. „Lernziele beschreiben, was Lehrer, [Pädagogen oder Akteure] erwarten, dass [Kinder und Jugendliche] wissen oder können, welche Einsichten sie gewinnen und welches Verhalten sie zeigen sollen.“ (Arbeitsgemeinschaft Bayrischer Chemie-Didaktiker 2016)

Der junge Erwachsene ...
   > verfügt über ein positives Selbstkonzept in Bezug auf Essen und Ernährung.
   > gestaltet seine Essbiografie reflektiert und selbstbewusst.
   > gestaltet seine Ernährung gesundheitsförderlich.
   > handelt sicher bei der Kultur und Technik der Nahrungszubereitung und Mahlzeitengestaltung.
   > trifft Konsumentscheidungen reflektiert und selbstbestimmt sowie qualitätsorientiert.
   > gestaltet die eigene Konsumentenrolle reflektiert in rechtlichen Zusammenhängen.
   > verfügt über einen nachhaltigen Lebensstil.



Bildungsziel 1

Der junge Erwachsene verfügt über ein positives Selbstkonzept in Bezug auf Essen und Ernährung.

Kompetenzen als Lernziele

Die Kinder und Jugendlichen sind bereit und in der Lage, sich mit ihrem Essverhalten und dem eigenen Körper auseinanderzusetzen.

Dazu gehört, dass Kinder und Jugendliche ...

den eigenen Körper und Körperprozesse wahrnehmen, verstehen und akzeptieren können.

die Abhängigkeit der Körperbilder von gesellschaftlichen und historischen Bezügen erkennen, verstehen und reflektieren können.

die Bedeutung von Ernährung erkennen und diese Erkenntnis für das eigene Handeln nutzen können.

einen verantwortlichen Umgang mit dem Körper in Bezug auf Essen und Trinken entwickeln und nutzen können.



Bildungsziel 2

Der junge Erwachsene gestaltet seine Essbiografie reflektiert und selbstbestimmt.

Kompetenzen als Lernziele

Die Kinder und Jugendlichen sind bereit und in der Lage, sich mit den Einflussfaktoren, Begrenzungen und Gestaltungsalternativen der individuellen Essweise auseinanderzusetzen.

Dazu gehört, dass Kinder und Jugendliche ...

soziokulturelle und historische Einflussfaktoren, ihre Wirkungen auf und Bedeutungen für das Essverhalten kennen, identifizieren und verstehen können.

Alltagsvorstellungen und -theorien zur Bedeutung von Essen, Ernährung und Körper identifizieren, analysieren und bewerten können.

die Entwicklung des eigenen Essverhaltens erkennen, reflektieren und selbstbestimmt gestalten können.

Handlungsmöglichkeiten für das eigene Essverhalten situationsgerecht entwickeln und zur weiteren Gestaltung der Essbiografie nutzen können.



Bildungsziel 3

Der junge Erwachsene gestaltet seine Ernährung gesundheitsförderlich.

Kompetenzen als Lernziele

Die Kinder und Jugendlichen sind bereit und in der Lage, sich mit dem Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit auseinanderzusetzen.

Dazu gehört, dass Kinder und Jugendliche ...

den Zusammenhang von Nahrung und Ernährung für die persönliche Gesundheit herstellen und reflektieren können.

Körpersignale wie Durst, Hunger, Appetit und Sättigung wahrnehmen und verstehen können.

Wirkungszusammenhänge von Lebensmitteln und Stoffwechselfunktionen kennen und verstehen können.

Ernährungsempfehlungen und Regeln kennen, sich mit ihnen und allgemeinen Ernährungsinformationen kritisch auseinandersetzen können.



Bildungsziel 4

Der junge Erwachsene handelt sicher bei der Kultur und Technik der Nahrungszubereitung und der Mahlzeitengestaltung.

Kompetenzen als Lernziele

Die Kinder und Jugendlichen sind bereit und in der Lage, sich mit den kulturellen Voraussetzungen, der Bedeutung und Herstellung von Mahlzeiten auseinanderzusetzen.

Dazu gehört, dass Kinder und Jugendliche ...

Mahlzeiten situations- und alltagsgerecht planen und herstellen können und die zu leistende Arbeit und Gestaltung wertschätzen können.

Speisen und Gerichte sowie die Lebensmittelauswahl unter Berücksichtigung von Sinnlichkeit, Gesundheit und Nachhaltigkeit gestalten können.

Techniken der Nahrungszubereitung kennen, verstehen, reflektieren und anwenden können.

Informationen und Anleitungen für die Nahrungszubereitung reflektieren können.



Bildungsziel 5

Der junge Erwachsene trifft Konsumentscheidungen reflektiert und selbstbestimmt sowie qualitätsorientiert.

Kompetenzen als Lernziele

Die Kinder und Jugendlichen sind bereit und in der Lage, soziokulturelle Rahmenbedingungen für Konsumentscheidungen zu identifizieren und zu berücksichtigen sowie Gesundheit, Funktionalität und Nachhaltigkeit als zentrale Bewertungskriterien zu verstehen und anzuwenden.

Dazu gehört, dass Kinder und Jugendliche ...

die eigene Konsumbiografie und ihre Bedeutung für die Lebensstilentwicklung analysieren, verstehen und reflektieren können.

Marktmechanismen und Wirtschaftssysteme kennen, verstehen und reflektieren können.

Konsum- und Entscheidungsprozesse situationsgerecht bewerten und gestalten können.

exemplarische Prozesse der Erzeugung, Verarbeitung, Verteilung und Entsorgung von Marktgütern kennen, verstehen und bewerten können.

die Wirkung der handwerklichen und industriellen Bearbeitung und Verarbeitung für die Qualität des Produkts kennen, bewerten und für eigene Konsumentscheidungen beachten können.

den Faktor Arbeit in der Gütererzeugung verstehen und die Wirkungen lokal und global einschätzen können.

die lokalen und globalen Zusammenhänge der Produktion von Gütern bei eigenen Entscheidungen verantwortungsbewusst berücksichtigen können.



Bildungsziel 6

Der junge Erwachsene gestaltet die eigene Konsumentenrolle reflektiert in rechtlichen Zusammenhängen.

Kompetenzen als Lernziele

Die Kinder und Jugendlichen sind bereit und in der Lage, die eigene Konsumentenrolle kritisch zu reflektieren und darauf aufbauend Konsumhandeln zu gestalten.
Dazu gehört, dass Kinder und Jugendliche ...

Verbraucherrechte und -pflichten kennen, bewerten und situationsgerecht anwenden können.

selbstbewusst und selbstbestimmt gegenüber Experten und Institutionen agieren können.

in der Lage sind, relevante Informationen zu verstehen, zu bewerten und nutzen zu können.



Bildungsziel 7

Der junge Erwachsene verfügt über einen nachhaltigen Lebensstil.

Kompetenzen als Lernziele

Die Kinder und Jugendlichen sind bereit und in der Lage, sich mit den Gewohnheiten und Routinen des Konsum- und Alltagshandelns auseinanderzusetzen.

Dazu gehört, dass Kinder und Jugendliche ...

das Konzept der Nachhaltigkeit kennen, verstehen und reflektieren können.

eigenes Konsum- und Alltagshandeln auf der Grundlage des Nachhaltigkeitskonzepts analysieren und bewerten und diese Reflexion für Entscheidungen nutzen können.

Lebensstile und Lebensweisen identifizieren und reflektieren können und daraus Handlungsstrategien und Routinen für die eigene Lebensgestaltung verwirklichen können.

die Fähigkeit entwickeln, Verantwortung in Nachhaltigkeitsprozessen übernehmen zu können.



Literatur:

Arbeitsgemeinschaft Bayrischer Chemie-Didaktiker (2016). Begriffssystem der Fachdidaktik Chemie. Lernziel. Stand 12.04.2016.
Zugriff am 25.11.2016 unter http://bayern.didaktikchemie.uni-bayreuth.de/lexikon/i-l.htm

Forschungsprojekt REVIS (2005). Bildungsziele und Kompetenzen in der Ernährungs- und Verbraucherbildung. [PDF-Dokument].
Zugriff am 06.09.2012 unter http://www.evb-online.de/docs/kompetenzraster-vertikal-endfassung.pdf

Heindl, I. (2003). Studienbuch Ernährungsbildung. Ein europäisches Konzept zur schulischen Gesundheitsförderung. Bad Heilbrunn. Verlag Julius Klinkhardt.

Ministerium für Bildung und Frauen des Landes Schleswig-Holstein (2009). Lehrplan für die Sekundarstufe I der weiterführenden allgemein bildenden Schulen, Regionalschulen, Gemeinschaftsschulen, Förderzentren. Fachliche Konkretionen. Verbraucherbildung.[PDF-Dokument].
Zugriff am 06.09.2012 unter http://www.faecher.lernnetz.de/faecherportal/index.php?key=2&wahl=10114&auswahl=109




  

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